→ Alexitus: Aus & Ende

Alexandermosaik: Die ewige Wiederkunft des Gleichen (Anklicken zum Ankieken)


Vor rund 20 Jahren kam ich auf die Idee mit dem ALEXIKON. Nach rund 20 Jahren ist nun Schluss.

Um die Jahrtausendwende lud ich einige Fotos auf meinen 10MB umfassenden Webspace, den mir Vobis großzügigerweise zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt hatte. Auf der Suche nach einer geeigneten Überschrift kam ich über die Assoziationskette Bilderlexikon – Bildalexikon – Alexikon auf eine Idee. Früher oder später kommt jeder Alexander auf das Kofferwort „Alexikon“, aber ich bin der erste, der das darin verborgene Konzept umgesetzt hat.

Man nehme die wichtigsten Alexe der Weltgeschichte (Erfinder, Entdecker, Künstler, Originale) und packe sie in ein Buch und fertig ist der Lack. So dachte ich damals. Im Laufe der Jahre hat sich die ganze Sache ein wenig relativiert, denn was heißt „wichtig“? Durch Prozesse wie die Globalisierung und das Internet – da vor allem die Wikipedia – hat sich der Bezugsrahmen gewaltig verändert. Ich wollte ein Buch machen und bekam ein Hobby.

Das ALEXIKON ging 2014 in Druck, doch eigentlich wurde es nie fertig, denn immer noch filtert meine Aufmerksamkeit wichtige oder interessante Alexe aus dem kulturellen Datenstrom. Das Ding ist eine unendliche Kiste! Nur allein fehlt immer mehr die Zeit, denn die Recherche besteht aus lesen, lesen, lesen. Darum ziehe ich jetzt die Reißleine und klappe den Deckel zu. Aus & vorbei, Sensemann & Söhne. Dabei ist noch längt nicht Schluss. Um das zu beweisen, reiße ich im Folgenden einige unbesprochene Alexe an.

Alexandre-Ferdinand Godefroy (1852-1933): Dieser nette Franzose erfand 1888 den ersten Fön. Der Haartrockner bestand aus einer Hitzequelle mit einem langen Schlauch und erinnerte eher an einen umgedrehten Staubsauger. Auch war das Ding klobig und schlecht zu temperieren. Mehr weiß ich leider nicht.

Alexandre Hardy (1570-1632): In der Wikipedia steht über den französischen Dramatiker: „Er ist als bekämpfter Vorgänger der französischen Klassik kaum mehr bekannt, obwohl er mit nach eigenen Angaben mehr als 600 Stücken einer der fruchtbarsten und zu seiner Zeit populärsten Dramatiker der Literaturgeschichte war.“ Hierzulande ist er sogar so unbekannt, dass ich extra Französisch lernen müsste, um mehr über ihn und seine Stücke zu erfahren. Vielleicht war er sogar besser als Shakespeare, wer weiß? Einige seiner Tragödien heißen „La Mort d’Achille“ (Der Tod des Achilles), „La Mort de Daire“ (Der Tod des Darius) und „La Mort d’Alexandre“ (Der Tod des Alexander). Er ruhe in Frieden.

Alexander Graf von Hoyos (1876-1937): Ebenso wie der serbische Jugendliche Gavrilo Princip, der 1914 den Thronfolger Franz Ferdinand erschoss, soll auch Alexander Hoyos die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg tragen. Obwohl eigentlich Kosmopolit mit spanischen, deutschen, britischen und ungarischen Wurzeln sorgte der undiplomatische Diplomat für eine Eskalation des Konflikts mit Serbien.

Alexander G. Schauss: Der amerikanische Psychologe entdeckte einen Farbton, der angeblich jeden Menschen nach wenigen Minuten seiner Aggressivität beraubt und in einen gleichmütigen Zeitgenossen verwandelt. Der Farbton ist ein zartes Rosa und heißt aufgrund seiner Wirkung „Cool-down Pink“. Das perfekte Innendekor für jede Arrest- oder Gummizelle.

Alexander Deineka (1899-1969) & Alexander Gerassimow (1881-1963): Diese beiden Russen sind begabte Vertreter des „Sozialistischen Realismus“ und böten sich für eine vergleichende Gegenüberstellung geradezu an. Gerassimow war ein klassischer Maler, der sich mit überdimensionierten Führerportraits und Heldendarstellungen an Stalin heranwanzte. Deineka war ein Avantgardist und Modernist, der erst unter Stalin auf Linie gebracht wurde. Tolle Gemälde, aber nur leider nicht gemeinfrei.

Über andileser

Ich bin außer mir.
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Eine Antwort zu → Alexitus: Aus & Ende

  1. arnoldnuremberg schreibt:

    Lieber Andileser,
    danke für Deine Recherchen, Blogs und Dein Buch.
    Dass Du Dich nach der langen Zeit von dem Thema lösen magst, ist voll verständlich.
    Wenn Du auch nix Neues mehr sendest, fände ich doch gut, den Blog erstmal einfach stehen zu lassen und nicht zu löschen. Das wäre zu schade.
    Gute Wünsche
    und herzliche Grüße
    Bernd

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