→ Alex Goes To Hollywood


(49 Aufrufe; Stand 2.2.2019)

„Alex Goes To Hollywood“ ist eine Musikgeschichte der DDR-Band DEKAdance aus dem Jahr 1989. Sie ist auf dem Debütalbum „Happy Birthday“, erschienen beim ostdeutschen Plattenlabel Amiga, zu finden. DEKAdance existiert wohl noch heute.

Warum die Nummer ausgerechnet „Alex Goes To Hollywood“ heißt, weiß der Kuckuck. Auf jeden Fall handelt es sich um eine Anspielung auf „Frankie Goes To Hollywood“, logisch. Die Suchmaschinchen bieten einem bei der Suche auch gern mal die Single „Relax“ von FGTH an.

Das acht Minuten lange Musikstück zerfällt in zwei fast gleich lange Teile, eigentlich drei, denn am Ende kehrt man musikalisch zum Ausguck zurück. Die ersten vier Minuten sind schmieriger Jazzrock, vorgetragen in schönstem Misswirtschaftsenglisch.

Dann, nach der Hälfte, wird auf einmal die Musik auf ein erträgliches Maß heruntergeregelt und in eine Synthesizer-Fläche verwandelt, die als Musikbett für eine Erzählstimme dient. Der Erzähler erzählt „the Story of the Alexander, welcher from the GDR nach the USA goen wollte.“ Dazu eine kleine Warnung an den Zuhörer, denn die Geschichte sei sehr traurig, so traurig, „man weint beide Augen raus die Tränen, wenn man die Story gehört hat.“

Und die Story hat es in sich. Man weiß nicht, ob man wirklich weinen oder lieber lachen soll. Doch hört selbst!

Geendet wird mit den Worten: „Die Moral von der Geschicht – verlasse deine Heimat nicht!“ Man kann davon ausgehen, dass hier eine zweite Bedeutung versteckt ist. Wir erinnern uns: 1989 kippte die DDR westwärts, aber erst im Herbst, nach dem 40. Republikgeburtstag („Happy Birthday“). Noch im Februar 1989 wurde mit Chris Gueffroy der letzte Republikflüchtling an der Berliner Mauer erschossen, ab dem Sommer 1989 hüpften tausende DDR-Bürger über die ungarisch-österreichische Grenze. Von Staatswegen sollten alle schön zuhause bleiben. Im Nachhinein versteht man dann auch, welches die erste der drei „Schwerigkeiten“ war, die Alex überwinden musste, um überhaupt nach Hollywood zu goen.

Über andileser

Ich bin außer mir.
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