→ Alex Sadkin: Kein Nassauer, sondern ein Hitmaker

Der Mixer und Produzent Alex Sadkin verhalf den Talking Heads („Burning Down the House“), den Thompson Twins („Hold Me Now“) und Foreigner („I Want to Know What Love Is“) zu ihren größten Hits. Grace Jones widmete ihm posthum den Titel „Well Well Well“.

Alex „Take A Listen“ Sadkin
* 9. April 1949 in Fort Lauderdale, Florida
† 25. Juli 1987 in Nassau, Bahamas

Produzenten sind bei der Entstehung von Schallplatten ebenso wichtig wie Komponisten, Musiker und Sänger. Je nach Durchsetzungsvermögen beeinflussen Produzenten das Arrangement, die Instrumentierung und den Klang und machen so oft erst aus einem Lied einen „Hit“. Alex Sadkin war ein wichtiger Produzent der frühen Achtziger Jahre.

Seine musikalische Karriere begann Alex Sadkin in den Siebzigern als Saxophonist. So landete er in den Criteria Studios von Miami, wo beispielsweise die Eagles Teile ihres Albums „Hotel California“ aufnahmen. Dort erlernte er das Handwerkszeug eines Toningenieurs. In den Criteria Studios wurde auch Neil Young auf Sadkins Fähigkeiten als Mixer aufmerksam und engagierte ihn für das Album „Long May You Run“ seiner Stills-Young-Band (hier mit „Fontainebleau“ als Beispielsong).

Als Chris Blackwell, der Inhaber von Island Records, im Jahr darauf in Nassau auf den Bahamas seine Compass Point Studios gründete, holte er sich Alex Sadkin als Toningenieur dazu. Zum erlesenen Team der Studiomusiker gehörte unter anderem das jamaikanische Duo Sly (Dunbar) & Robbie (Shakespeare) als hauseigene Rhythmusgruppe, die den synthetischen Karibiksound bewirkte.

Erste Sporen als Produzent verdiente sich Sadkin mit Bob Marleys Album „Survival“, auf dem Titel wie „So Much Trouble in the World“ oder „Zimbabwe“ enthalten sind. Es folgten drei Alben für Grace Jones, die der Amazone aus Jamaika den weltweiten Durchbruch brachten: „Warm Leatherette“, „Nightclubbing“ und „Living My Life“. Nebenher mixte Alex Sadkin für Robert Palmer die Songs „Johnny & Mary“ und „Looking For Clues“ sowie für die Talking Heads „Burning Down the House“, ihren größten Hit.

Mit Duran Duran („The Reflex“) bzw. deren Spin-off Arcadia („Election Day“) und den Thompson Twins („Hold Me Now“, „Doctor! Doctor!“) war Alex Sadkin endgültig im New-Wave-Pop der Achtziger Jahre angekommen. Für Foreigner produzierte er sogar deren größten Hit „I Want to Know What Love Is“. Damit war der Zenit in Sadkins Schaffen erreicht.

Im Alter von 37 Jahren kam Alex Sadkin dann bei einem Motorradunfall auf den Bahamas ums Leben. Grace Jones, die ihre Karriere zum Teil seinem Talent verdankte, widmete ihm den dubbigen Titel „Well Well Well“ auf ihrem 2008er Album „Hurricane“.

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Diskografie
1976: Stephen Stills: „Illegal Stills“ (Mixing)
1976: The Stills-Young Band „Long May You Run“ (Mixing)
1979: Bob Marley & the Wailers „Survival“
1981: Grace Jones „Nightclubbing“
1983: Talking Heads „Speaking in Tongues“ (Mixing)
1983: Duran Duran „Seven and the Ragged Tiger“
1984: Thompson Twins „Into the Gap“
1984: Foreigner „Agent Provocateur“
1985: Arcadia „Election Day“ (Gastgesang: Grace Jones)

Über andileser

Ich bin außer mir.
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