Alexander der Große als Literaturfreund

Überhaupt war Alexander sehr wiss- und lernbegierig und ein großer Freund des Lesens. Die Ilias betrachtete er als ein Lehrbuch der Kriegskunst und nannte sie auch so. Er hatte von Aristoteles eine überarbeitete Ausgabe bekommen, die man nur die Ausgabe aus dem Salbenkästchen zu nennen pflegte.

Als ihm nämlich auf seinem Feldzug ein Kästchen überreicht wurde, welches unter den erbeuteten Reichtümern des Darius für das kostbarste Gepäck gehalten wurde, fragte er seine Freunde, welche Sache von Wert sie ihm darein zu legen rieten. Der eine nannte nun dies, der andere jenes; endlich sagte Alexander selbst: »Ich will die Iliade darin aufbewahren.« Diesen Umstand bezeugen nicht wenige glaubwürdige Geschichtsschreiber.

Als er nach Troja kam, setzte Alexander dem Denkmal seines großen Vorbildes Achill einen Kranz auf und pries ihn glücklich, weil er zu Lebzeiten in Patroklos einen treuen Freund und nach dem Tode in Homer einen großen Verkünder seiner Taten gefunden hatte. Als er in der Stadt herumging und die Sehenswürdigkeiten derselben betrachtete, fragte ihn ein Ortsansässiger, ob er die Leier des (Achillesmörders) Paris Alexander sehen wolle. »Die interessiert mich nicht die Bohne«, versetzte Alexander, »ich suche die Leier des Achill, worauf er die Siegestaten seiner Männer besungen hat.«


– Plutarch, Alexander, Lebensbeschreibung.

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Über Alexander

Ich bin außer mir.
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