→ Alexander’s Ragtime Band


Das Lied „Alexander’s Ragtime Band“ ist weder von einem Alexander noch ein Ragtime.

* 1911 in den USA

Im Film „A Hard Day’s Night“ wird der stille Beatle George Harrison gefragt, wie er Irving Berlin fände. Harrison: „Ist ’ne Reise wert.“ Man kann sicher sein, dass der Gitarrist der erfolgreichsten Musikgruppe des Planeten den amerikanischen Komponisten kannte und nur des Kalauers wegen so flapsig antwortete. Inzwischen können zunehmend weniger Menschen mit dem Namen Irving Berlin etwas anfangen. Dabei hat uns Israel Isidore Beilin (1888–1989), so sein wahrer Name, die erfolgreichste Single aller Zeiten beschert: „White Christmas“, weltweit bekannt geworden in der Version von Bing Crosby.

Insgesamt schrieb Irving Berlin als erster Musiker über 1.000 Kompositionen. Seine bekannteren Stücken sind „Puttin’ on the Ritz“ (1929), „Cheek to Cheek“ (1935) oder „There’s No Business Like Show Business“ (1946). Seinen ersten veritablen Hit hatte der jüdisch-russische Auswanderer 1911 mit einer sehr eingängigen Nummer. „Alexander’s Ragtime Band“ wurde schnell populär und war ein großer Erfolg. Obwohl der Titel etwas anderes behauptet, ist die Melodie kein Ragtime; mit der Bezeichnung schwamm man einfach auf einer Modewelle mit. Angeblich wurde „Alexander’s Ragtime Band“ von der Schiffskapelle der Titanic gespielt, als das Schiff am 15. April 1912 sank.

Die Nummer war über Jahre hinweg so beliebt, dass die Twentieth Century Fox 1938 einen Kinofilm unter dem Titel „Irving Berlin’s Alexander’s Ragtime Band“ herausbrachte. Die Handlung und die beigesteuerten Kompositionen waren allesamt aus seiner Feder. Der Film wurde in sechs Kategorien für den Oscar nominiert, unter anderem für die Story, gewann aber schließlich in der Kategorie ›Beste Filmmusik‹. „Alexander’s Ragtime Band“ geriet zum Evergreen und garantierte vielen Stars passable Charterfolge. Marilyn Monroe beispielsweise sang Irvings Komposition und kombinierte sie mit „There’s No Business Like Show Business“. Weitere Interpreten der Nummer waren Louis Armstrong, die Andrews Sisters, Liza Minelli, Ray Charles und Ella Fitzgerald. Der Song zog sogar Namensvettern an. Der republikanische Senator und ehemalige Gouverneur von Tennessee, Lamar Alexander, verwendete „Alexander’s Ragtime Band“ während seines Nominierungswahlkampfs um das amerikanische Präsidentenamt im Jahr 1996.

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Über Alexander

Ich bin außer mir.
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