→ Alex Osborn: Brainstorming ist Kopfgewitter

Alex Osborn war ein Werbefachmann, dem wir das Brainstorming verdanken. Also eine Gruppe Menschen trifft sich zur gemeinsamen Ideenfindung. Anfangs nannte Osborn seine Methode ›Think up! – Denk dir was aus!‹

Alexander Faickney Osborn
* 24. Mai 1888 in Bronx, New York City
† 5. Mai 1966 in Buffalo, New York State

Ursprünglich wollte das New Yorker Kid in die Journalismus-Branche. Bereits in seiner Zeit am Hamilton College schrieb Alex Osborn für die Schülerzeitung. Nach der Schule strebte er eine Journalisten-Karriere in Buffalo an, wo er für die Buffalo Times und den Buffalo Express arbeitet. Da er angeblich kein Talent besaß, wurde er gefeuert. Über eine Reihe von Jobs kam er schließlich zur Werbebranche und in stabile Verhältnisse. Mit dem Beruf des Werbefuzzis hatte Osborn seine Berufung gefunden und mit Helen Coatsworth auch die richtige Frau an seiner Seite. Im September 1916 heiratete er die Tochter eines wohlhabenden Anwalts. Eine fruchtbare Bezeihung, die beiden hatten fünf Kinder.

Der Weltkrieg in Europa war seit einem Jahr zu Ende, als Osborn zusammen mit Bruce Barton und Roy Durstine die Werbefirma Barton, Durstine & Osborn (BDO) gründete. 1928 wurde BDO durch das Zusammengehen mit der George Batten Company zu BBDO. Die Firma erlebte viele Aufs und Apps, darunter den Börsenkrach von 1929. Osborn hatte sich vom Filialleiter zum Vizepräsidenten von BBDO hochgearbeitet und währenddessen wertvolle Erfahrungen gesammelt. Dabei hatte er beobachtet, dass die einberaumten Arbeitstreffen die Kreativität der Mitarbeiter eher bremsten als förderten. Kreativität aber ist die Lebensgrundlage der Werbebranche. Also entwickelte er ein Verfahren, mit dem die Kreativität der Mitarbeiter stimuliert und neue Ideen getriggert werden sollten, um die passende Lösung für ein anstehendes Problem zu finden. Dazu formulierte Alex Osborn vier Regeln:

• Übe keine Kritik! (Don’t criticize it!)
• Je mehr Ideen, desto besser! (Go for large quantities of ideas!)
• Ergänze und verbessere bereits vorhandene Ideen! (Build on each others ideas!)
• Je ungewöhnlicher die Idee, desto besser! (Encourage wild and exaggerated ideas!)

Alex Osborn veröffentlichte seine Methode 1942 in dem Buch How To Think Up (= Ausdenken leicht gemacht). Darin gab er der selbst erdachten Kreativtechnik den Namen Brainstorming. Nebenbei hatte Osborn auch seine nächste Bestimmung gefunden. Aus dem Werbefachmann wurde ein Autor, der ganz gut von den Bucheinnahmen leben konnte.

Kritiker behaupten gern, die Methode des Brainstormings sei überbewertet. In diversen Tests wäre nachgewiesen, dass Mitarbeiter einzeln kreativer sind als in der Gruppe. Die Gruppendynamik führe schnell in eine bestimmte Richtung (schlimmstenfalls eine Sackgasse), während Einzeldenker in unterschiedliche Richtungen ausschwärmten. Verfechter des Brainstorming entgegnen, die Methode funktioniere einwandfrei, wenn man sie mit der nötigen und richtigen Übung anwende.

Wie dem auch sei, als Urheber des Brainstormings gilt Alex Osborn allein und keine Gruppe.

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Über Alexander

Ich bin außer mir.
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