→ Alessandro Scarlatti: Erneuerer des Barock & Roll


Alessandro Scarlatti ist der wichtigste Vertreter der Neapolitanischen Schule. Der barocke Komponist gilt als Wegbereiter der Sinfonie und des Streichquartetts.

* 2. Mai 1660 auf Sizilien
† 24. Oktober 1725 in Neapel

Der italienische Johann Sebastian Bach heißt Alessandro Scarlatti. Wie Bach war Scarlatti ein Erneuerer der Barockmusik und ebenso wie Bach entstammte Scarlatti einer großen Musikerfamilie. Alessandros Vater, Pietro Scarlata, war seinerzeit ein bekannter Sänger gewesen, Alessandros Bruder Francesco war ein etablierter Komponist, und auch Alessandros Söhne Pietro Filippo und Domenico Scarlatti wurden famose Komponisten.

Alessandro Scarlatti machte zuerst in Rom Karriere. Schon mit seiner ersten Oper sorgte der neunzehnjährige Sizilianer dort für Aufsehen, sodass die im römischen Exil lebende Königin Christina von Schweden auf ihn aufmerksam wurde. Die Monarchin war den Künsten und Künstlern sehr zugetan und engagierte den Wunderknaben geschwind als ihren Kapellmeister. Durch sein musikalisches Talent wurde Alessandro in Adelskreisen rasch beliebt. Nach der Aufführung seiner Oper »La Psiche« in Neapel ernannte man ihn zum Kapellmeister der dortigen königlichen Hofkapelle (Cappella Reale). Fortan waren Rom und Neapel Scarlattis Wirkungsstätten.

Über einhundert Opern soll Alessandro Scarlatti komponiert haben. Bedeutsamer für die Musikgeschichte ist hingegen eine Innovation, die simpel klingt, aber nachhaltig war. Bis dato wurden Opern mit einer französischen Ouvertüre in der Abfolge langsam – schnell – langsam eröffnet. Scarlatti drehte das dreisätzige Temposchema einfach um (schnell – langsam – schnell). Mit seiner neapolitanischen Ouvertüre wurde er zum Wegbereiter der Opernsinfonie, einem Vorläufer der klassischen Sinfonie.

Die meisten Opern haben vorne ein Stück, wo noch nicht gesungen wird.
Das dauert oft allein schon ziemlich lange…

– Wolf Haas: Silentium!

Horchtipp: Ich besitze von Alessandro Scarlatti eine Doppel-CD mit „12 Sinfonie di Concerto Grosso“. Diese haben vielleicht nicht den Ohrwurmcharakter von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, aber ich höre sie dennoch gern.

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Über Alexander

Ich bin außer mir.
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