→ Alessandro Stradella: Ein Musik- & Frauenliebhaber

Alessandro Stradella war ein Komponist und Sänger des italienischen Hochbarock. Als überaus produktiver Komponist hinterließ er ein umfangreiches Werk von über 200 geistlichen und weltlichen Stücken. Außerdem war der Spross einer wohlhabenden toskanischen Familie ein Draufgänger und Filou.

* 3. April 1639 in Nepi bei Viterbo
† 25. Februar 1682 in Genua

Die abgedankte Königin Christina von Schweden – allgemein den schönen Künsten sehr zugetan – war auf den talentierten jungen Mann aufmerksam geworden und hatte ihn in ihre Dienste genommen. Von ihrem Hofstaat aus eroberte der vielversprechende Komponist und Draufgänger die italienischen Fürstenhäuser. Seinem Familiennamen gemäß – stradella bedeutet „kleine Straße“ – erreichte er Ziele auch über Umwege und Nebenstraßen. Als sein Lebenswandel ruchbar wurde, musste Stradella zuerst Rom und später auch Venedig verlassen.

In Turin wurde er von Meuchelmördern, die vermutlich ein eifersüchtiger Ehemann oder gar der venezianische Doge Alvise Contarini persönlich angeheuert hatte, niedergestreckt. Stradella überlebte jedoch das Attentat und stürzte sich lebenslustig in neue Liebesabenteuer. Nebenher komponierte er zahlreiche Stücke für den kirchlichen und für den weltlichen Gebrauch. In Genua wurde Alessandro Stradella schließlich von den Brüdern einer verführten Schülerin aus höheren Kreisen ermordet.

Die abenteuerliche Biografie inspirierte viele Künstler des 19. Jahrhunderts, unter anderem nacheinander die Franzosen Louis Niedermeyer (1837) und César Franck zu jeweils einer Oper mit dem Titel „Stradella“. Die zwei französischen Autoren Pittaud de Forges und P. Dupont dichteten ein Vaudeville, das wiederum Friedrich von Flotow als Vorlage zu seiner romantischen Oper „Alessandro Stradella“ diente. Darin besitzt der Charmeur die Macht der Stimme, mittels der er seine Umgebung betört und verführt.

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