→ Alessandro Marcello: Anwalt des Barock

Der Italiener Alessandro Marcello wurde vor allem durch sein Konzert für Oboe und Orchester in d-Moll bekannt, nachdem Johann Sebastian Bach es bearbeitet und fürs Cembalo arrangiert hatte.

Alessandro Ignazio Marcello
Latein: Alexander Marcellus
Pseudonym: Eterio Stinfalico
* 1. Februar 1673 in Venedig
† 19. Juni 1747 in Venedig

Alessandro Marcello war Dichter, Philosoph, Mathematiker, Geiger, Komponist und Jurist des Barock. Außerdem war er der Bruder des Komponisten Benedetto Marcello (1686–1739). Gemeinsam unterrichteten die Brüder die legendäre Primadonna Faustina Bordoni (dieselbe wird 1726 in Händels Oper „Alessandro“ (HWV 21) die persische Prinzessin Rossane geben).

Zurück zu Alessandro. Der vielseitig begabte Spross aus einer wohlhabenden Patrizierfamilie erhielt die bestmögliche akademische Ausbildung. So konnte er seinen Neigungen nachgehen und seine Talente weiterentwickeln. Im Berufsleben fuhr er zweigleisig: Sein Geld verdiente Alessandro Marcello als fähiger Jurist, sein Herz aber gehörte weiterhin den schönen Künsten. Unter dem Pseudonym Eterio Stinfalico schrieb er zahlreiche Violinkonzerte, Solosonaten, Kantaten und Orchestermusiken.

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Alessandro arbeitete als Diplomat an der Levante und auf den Peloponnes (1700) sowie als Richter der Wasserstraßenbehörde und als Stadtrat seiner Geburtsstadt Venedig. Wenn es die Zeit zuließ, dichtete und komponierte der Amateur. Sein musikalisches Werk steht heute leider im Schatten seines jüngeren Bruders Benedetto.

Alessandros bekanntestes Opus ist sein „Konzert für Oboe und Streicher in d-Moll“. Eine Handschrift davon gelangte in die Weimarer Musiksammlung, wo der junge Hoforganist und Konzertmeister Johann Sebastian Bach auf das Oboenkonzert aufmerksam wurde. Bach hielt das Stück für eine Komposition Vivaldis, fasziniert vom italienischen Stil bearbeitete er es für ein zeitgenössisches Tasteninstrument, den Kielflügel. Durch die Cembalo-Bearbeitung wurde das dreisätzige Konzert bekannt und erstmals abgedruckt.

Das „Konzert für Oboe und Streicher in d-Moll“ gilt in der Forschung als Archetypus eines Oboenkonzerts. Oboisten spielen das Konzert heute in Bachs Variante, obwohl diese ursprünglich fürs Cembalo gedacht war; in JSB’s Werkverzeichnis trägt es die Nummer BWV 974.

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