→ Alexander Glasunow: Ein Leben für die Musik

Der Komponist Alexander Glasunow gehörte in den Dunstkreis des ›Mächtigen Häufleins‹ und gilt als dessen Ziehkind. Im Alter von nur 17 Jahren vollendete Alexander seine erste Sinfonie, die als ›Slawische Sinfonie‹ in die Musikgeschichte einging.

Aleksandr Konstantinowitsch Glasunoff
* 29. Juli / 10. August 1865 in St. Petersburg
† 21. März 1936 in Paris

»Es ist mir unmöglich, mich mit anderem zu beschäftigen; ich bin von der Musik besessen. Wenn ich nicht komponieren könnte, hätte ich den Eindruck, meine Zeit zu verlieren.«

Das ›Mächtige Häuflein‹ war eine Gruppe von fünf Komponisten, die sich der Entwicklung einer eigenständigen russischen Nationalmusik verschrieben hatten. Dazu gehörten Nikolai Rimski-Korsakow, Modest Mussorgski, César Cui, Mili Balakirew und → Alexander Borodin. Auf Empfehlung von Mili Balakirew nahm der 15-jährige Glasunow Musikunterricht bei dem etablierten Komponisten Rimski-Korsakow. Im Alter von 17 Jahren vollendete Alexander seine erste Sinfonie, die als ›Slawische Sinfonie‹ in die Musikwelt einging und 1882 von seinem Mentor Mili Balakirew uraufgeführt wurde.

Mit seiner Sinfonie avancierte Alexander zum Wunderkind der russischen Musikwelt und zog die Aufmerksamkeit des wohlhabenden und musisch interessierten Holzhändlers Mitrofan Beljajew auf sich; fortan protegierte Beljajew den begabten Nachwuchskomponisten. Auch übernahm er sukzessive die Rolle eines Förderers der Petersburger Musikszene, indem er den Glinka-Preis stiftete (1884) und in Leipzig den Musikverlag M. P. Belaieff gründete (1885), der Komponisten einzigartige Konditionen bot. Alexander Glasunow gehörte zusammen mit Beljajew, Rimski-Korsakow und Anatoli Ljadow zu der Jury, die über das Verlagsprogramm beriet. Verlegt wurden unter anderem die russischen Komponisten Alexander Borodin, Alexander Skrjabin (1872–1915) und Alexander Tscherepnin (1899–1977). Zu Beljajews 50. Geburtstag schrieben Rimski-Korsakow, Borodin, Ljadow und Glasunow eine gemeinsame Komposition für ein Streichquartett. Die verwendete Tonfolge B-La-F (b-a-f) spielte auf dessen Familiennamen an.

Aufgrund seiner künstlerischen Leistungen wurde Glasunow als Professor an das Petersburger Konservatorium berufen, dessen Leitung er wenige Jahre später übernahm. Während dieser Zeit entdeckte und förderte er seinerseits junge Talente, zum Beispiel den Schöpfer der sowjetischen (und später russischen) Nationalhymne → Alexander Alexandrow. Gemeinsam mit seinem einstigen Lehrer Rimski-Korsakow vollendete Alexander Glasunow Alexander Borodins dritte Sinfonie sowie dessen Opernfragment ›Fürst Igor‹, aus der die berühmten ›Polowetzer Tänze‹ stammen. Alexander Glasunow starb im Pariser Exil. Seine Gebeine wurden 1972 nach Leningrad überführt und auf dem Friedhof des Alexander-Newski-Klosters beigesetzt.

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Notabene: Es ist dem russischen Nationalheiligen Alexander Newski sowie drei gleichnamigen Zaren geschuldet, das so viele Russen Alexander heißen:

Alexander Aljabjew (1787–1851)
Alexander Borodin (1833–1887)
Alexander Glasunow (1865–1936)
Alexander Skrjabin (1872–1915)
Alexander Tscherepnin (1899–1977)
Alexander Mossolow (1900–1973)
Alexander Nemtin (1936–1999)

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Über Alexander

Ich bin außer mir.
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Eine Antwort zu → Alexander Glasunow: Ein Leben für die Musik

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