→ Namenstag: Alexius von Edessa

Der heilige Alexius (Anklicken)

Der heilige Alexius (Anklicken)


Der heilige Alexius war ein merkwürdiger Kauz. Heute gilt er als Schutzpatron der Pilger, Bettler, Vagabunden und Kranken. Weiterhin soll seine Anrufung gegen Unglücksfälle höherer Gewalt wie Erdbeben, Blitzschlag, Unwetter, Pest und andere Seuchen helfen. Ein ziemlich mächtiger Verbündeter also.

Alexius von Edessa / Alexius von Rom
* [?] in Edessa/Rom
† 17. Juli 417/430 in Rom/Edessa

Von der ›Alexistenz‹ des Alexius wissen wir nur durch die Legende; und wie das so ist bei Legenden, es gibt immer etwas Wahres, nur lässt sich nicht mehr genau sagen was. Das beginnt mit dem Geburtsort und endet mit der Sterbestadt. Rom sagen die einen, Edessa die anderen. Erzählen wir die Legende so, wie sie die Brüdergemeinschaft der Alexianer auf ihrer Internetpräsenz schildert. Die Alexianer sind eine um das Jahr 1350 gegründete katholische Brüdergenossenschaft, die sich auf die Pflege Kranker spezialisiert hat.

Demnach war Alexius der Sohn eines römischen Senators und stammte aus begüterten Verhältnissen. Auf Wunsch der Eltern sollte er eine Frau vornehmer Herkunft heiraten. Noch in der Hochzeitsnacht verließ der gute Mann Vater, Mutter und seine frisch angetraute Ehefrau – nicht ohne von ihr ein gegenseitiges Keuschheitsgelübde einzufordern – und ging ins syrische Edessa (heute: Urfa/Türkei). Dort lebte er 17 Jahre lang als Asket von Almosen, die er aus christlicher Nächstenliebe mit sämtlichen Armen der Stadt teilte. Als man ihn deswegen als Heiligen zu verehren begann, floh er aus der Stadt.

Alexius Edessa & Maria Aegyptiaca

Zwei Einsiedler: Alexius of Rom and Mary of Egypt, Ikone von 1648 (Anklicken zum Ankieken)

Durch einen Sturm auf hoher See verschlug es ihn zurück nach Rom. Wieder in der Heimat, fand er Aufnahme im Haus seines Vaters, aber nicht als der verlorene Sohn, sondern als zerzauster Clochard. Der Vater erkannte den bettelnden Pilger nicht und ließ ihn nur aus Barmherzigkeit unter der Treppe wohnen. Hier soll der merkwürdige Heilige die nächsten 17 Jahre gehaust haben. Alexius lebte in Demut und wurde gedemütigt: das Dienstpersonal schüttete Spülwasser und Küchenreste über ihm aus. Erst mit seinem Tod erfahren Eltern, Braut und Personal sowie Papst und Kaiser durch ein Schreiben aus seiner Hand, dass er der verlorene Sohn war. Alexius wurde in der Kirche des Heiligen Bonfatius I. bestattet, wo seine Reliquie prompt Wunderheilungen bewirkte.

St. Alexius gehörte im Mittelalter zu den meistverehrten Heiligen. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass Keuschheit, Armut und Demut als christliche Tugenden hoch im Kurs standen. Eine populäre Version der Legende ist das um 1050 entstandene ›Alexiuslied‹ (Vie de Saint Alexis). Ursprünglich kam die Alexiuslegende aus Syrien und lautete so: Alexius lebte immer schon in Edessa und ist vermutlich auch dort gestorben. Durch sein christliches Engagement für die armen Leute erreichte er überregionale Bekanntheit. Als dann die Legende nach Rom gelangte, wurde die Geschichte an die lokalen Gegebenheiten angepasst.
~

Bilder (2): Wikipedia

Advertisements

Über Alexander

Ich bin außer mir.
Dieser Beitrag wurde unter Alexquisit abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s